Nicht drängeln – Verkehrspräventionsprojekt von Kiwanis

Nicht drängeln  – Verkehrspräventionsprojekt von Kiwanis

Wie man sich beim Einsteigen verhält, haben die Viertklässler der Michael-Beheim-Schule bei Polizeihauptmeister Jürgen Blaschke gelernt.Foto: Gustav Döttling Obersulm – Der Verkehrspräventionstag Stadtbahn des Kiwanis-Clubs Weinsberger Tal für die Viertklässler der Obersulmer Michael-Beheim-Schule kommt bei Eltern, Lehrern, der Polizei und den Schülern gleichermaßen gut an. „Die Schüler sollen vor ihrem Wechsel an weiterführende Schulen auf die verkehrssichere, selbstständige Nutzung des wichtigen Verkehrsmittels Stadtbahn vorbereitet werden“, nennt Clubmitglied Joachim Anton aus Weinsberg die Zielsetzung des Pilotprojekts.
Gefahren „Wir wollen die Kinder gezielt auf die Gefahren vorbereiten, die von der Stadtbahn ausgehen können, wenn man nicht aufpasst“, ergänzt ein anderes Mitglied, Hans-Jürgen Ott. Auf der Fahrt nach Heilbronn sei auch eine Vollbremsung geplant. Als Partner sitzen die Polizeidirektion und Bundespolizei Heilbronn, die Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) und die Fahrdienstleitung der Deutschen Bahn mit im Boot. 500 Euro hat der Kiwanis-Club in das Projekt investiert, den Sammelfahrschein stiftet die AVG. Der Club will den Präventionstag an weiteren Schulen im Weinsberger Tal anbieten.
„Heute erwartet euch etwas Einmaliges. Wir wollen Stadtbahn fahren üben und den Bahnhof in Heilbronn kennenlernen“, begrüßt Schulleiter Eric Sohnle am Mittwochmorgen die 73 Viertklässler, einige Eltern, drei Klassenlehrer, zehn Clubmitglieder und Polizeihauptmeister Jürgen Blaschke von der Verkehrsprävention. „Wer wird künftig die Stadtbahn für die Fahrt zur Schule nutzen?“ , fragt Blaschke. Zehn Arme schnellen nach oben. „Wo liegen die Vorteile der Stadtbahn?“, lautet die nächste Frage. „Sie ist schnell“, „sie ist umweltfreundlich“, „es gibt keinen Stau“, kommen die Antworten wie aus der Pistole geschossen.
Mit einem Sogexperiment demonstriert der Polizist, wie man mitgerissen werden kann, wenn man bei der Einfahrt des Zuges zu nah am Bahnsteig steht. Er warnt davor, zu drängeln und herumzutoben. Blaschke geht zudem auf Sachbeschädigungen an den Haltestellen ein, ermahnt, keine Kaugummis auf die Sitze zu kleben. Er schildert die Folgen des Schwarzfahrens.
Gelernt Auf dem schmalen Bahnsteig an der Haltestelle bei der Schule beherzigen die Schüler die Ratschläge des Polizisten, warten brav hinter der weißen Linie. In Heilbronn empfängt Kiwanis-Präsident Joachim Niklas mit Brezeln und Getränken. „Das war sehr interessant“, sagt Arzu aus der 4c. „Ich habe manches gelernt“, meint Vanessa (10). „Eine wichtige Idee, die Kinder auf die richtige Stadtbahnnutzung vorbereitet“, befürwortet Mutter Sandra Jäger weitere Präventionstage. Vater Thomas Fresse hält klassenweise Information wegen der Enge auf dem Bahnsteig für besser.

Bericht in Heilbronner Stimme 10.6.2010 von Gustav Döttling